10.01.2012 01:00 von Matthias Kaufhold
FREIBURG (zm). Sieben Siege aus den vergangenen acht Spielen, die Spitzenteams aus Dresden und Delitzsch geschlagen, die Tiebreak-Bilanz der Saison auf 3:0-Siege ausgebaut und in der Tabelle auf Platz zwei vorgerückt – gibt es an dieser Hinrunde in der zweiten Bundesliga bei den Volleyballern der FT von 1844 Freiburg irgendetwas auszusetzen? Wo liegt der Haken an der Sache? „Es kann eigentlich nicht viel besser laufen“, gesteht der Freiburger Spielertrainer Wolfgang Beck vor dem Rückrundenstart am Samstag. Dann kommt die TG Rüsselsheim in die Burdahalle.
Schwenk zurück zum vergangenen Samstag: In der Delitzscher Artur-Becker-Halle hatten sich beim Stand von 9:9 im Tiebreak zwei gleichwertige Mannschaften getroffen. Freiburg gewann die ersten beiden Sätze mit 27:25 und 25:21, „vor allem, weil wir ein fast perfektes Sideout hinbekommen haben“, erklärte Wolfgang Beck. Der GSVE Delitzsch konterte jedoch im dritten und vierten Satz (19:25, 19:25) und schaffte den Satzausgleich. Die Gastgeber schlugen nun zwar etwas besser auf, 1844 jedoch spielte nicht mehr so unbekümmert wie noch zu Beginn. „Wir haben in der Zehnminutenpause angefangen nachzudenken“, stellte Beck fest. Auch einige Wechsel brachten nicht die erhoffte Wende. Freiburg spielte zwar gut, jedoch nicht mehr auf jenem ganz hohen Niveau wie zu Beginn.
Im Tiebreak aber brachten die Gäste wieder ihre Startsechs aufs Feld. Kein Team konnte sich zunächst absetzen – bis zum 9:9: Dann pfiff der Schiedsrichter einen technischen Fehler beim Delitzscher Zuspiel. Das brachte deren Trainer Frank Pietzonka so auf die Palme, dass er anschließend eine Gelbe Karte kassierte – und damit gleichsam einen Punktverlust. Auf der Anzeigentafel stand nun 9:11. „Das hakst du nicht gleich ab, und so geht ein Punkt mehr ins Land“, beschrieb der Delitzscher Angreifer Jens Andrä auf der Homepage des GSVE die Situation. „Ein Stand von 9:12 im Tie-Break kommt einem Genickschuss gleich.“ Tatsächlich legte 1844-Angreifer David Landa mit seinem Service noch einen Zähler nach. Beim Stand von 13:9 war die Partie für die Freiburger entschieden. Am Ende hieß es 15:11 und damit 3:2 für 1844.
Delitzsch haderte erneut mit kleinlichen Schiedsrichterentscheidungen. „Wenn diese Tendenz in der zweiten Liga weiter verfolgt wird, ziehe ich die Notbremse", kündigte GSVE-Trainer Pietzonka auf der eigenen Homepage an. „Ich bin nicht dazu in der Lage, emotionslos am Rand zu sitzen.“
Auch der Freiburger Spielertrainer registrierte die penible Regelauslegung der Referees. „Wir haben uns im Spiel darauf eingestellt und hatten uns dann etwas besser im Griff“, sagte Wolfgang Beck. Dass die Partie dieses Ende nahm, war aus Freiburger Sicht sicher glücklich – unverdient war der Sieg aber nicht. Dafür zeigten Spieler wie Jan Jansen, Johannes Stemmann, Frederic Barth oder Bernhard Steiert einfach eine zu gute Leistung.
Ob der Aufwärtstrend in der Rückrunde anhält? Die Liga liegt zu dicht beisammen, als dass Schwächen einfach so kaschiert werden könnten. Rüsselsheim unterlag zwar in der Vorwoche den wiedererstarkten Mendigern mit 1:3, doch alle drei Satzverluste kamen lediglich mit zwei Punkten Unterschied zustande. TG-Trainer Luis Ferradas hatte den Tiebreak im vierten Satz beim Stand von 24:22 schon vor Augen, doch dann wendete Mendig noch das Blatt.
Die Hessen stehen mit 12:14-Punkten als Siebter im Tabellenmittelfeld. Natürlich fällt den Freiburgern nach dem Sprung auf Platz zwei die Favoritenrolle zu, doch im Duell zweier arrivierter Zweitligisten kann viel passieren, und das Hinspiel entschied Freiburg erst nach fünf Sätzen für sich. „Wir müssen weiter mutig spielen, dann haben wir gute Karten“, sagt Beck.
Samstag, 14. Januar, 20 Uhr (Burdahalle):
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